Autor Thema: Die älteste Manufaktur der Haute Horlogerie  (Gelesen 80 mal)

Offline Administrator

  • Administrator
  • Full Member
  • *****
  • Beiträge: 140
  • Karma: +1/-0
  • Wer sucht der findet
    • Das Uhren Replika Forum
Die älteste Manufaktur der Haute Horlogerie
« am: April 13, 2017, 01:27:03 Vormittag »
Einführung

Dieser traditionsreiche Uhrenhersteller ist die älteste Manufaktur der Haute Horlogerie, die von ihren Gründerfamilien nie veräußert wurde. Heute wie damals bietet die Manufaktur mechanische Uhren mit Komplikationsmechanismen, kostbare Schmuckuhren und eine Schmucklinie an. Daneben konnte eine erfolgreiche Reihe sportlich-eleganter Modelle etabliert werden, mit denen sich die Marke ein unübertroffenes Renommee geschaffen hat.
Erfolgreiche Anfänge

Der erst 24 Jahre alte Jules-Louis Audemars und sein Freund, der 22 Jahre alte Edward-Auguste Piguet, teilen zusammen eine Leidenschaft: besondere Uhren zu bauen. Im Jahr 1875 schließen sie sich zu einer gemeinsam Uhrenfertigung in ihrem Wohnort, dem Schweizer Juradorf Le Brassus, zusammen. Sie arbeiten damals noch in Privaträumen, so wie es seinerzeit bei vielen Uhrenateliers üblich ist. 1881 gründen sie gemeinsam die Firma Audemars Piguet & Cie., Manufacture d’Horlogerie.


Audemars Piguet Jules Audemars Equation of Time

Anfangs übernimmt Jules-Louis Audemars die technische Leitung, während Edward-Auguste Piguet für die kaufmännischen Aktivitäten zuständig ist. Der Schwerpunkt der Fertigung liegt auf qualitativ hochwertigen, überwiegend komplizierten Taschenuhren in der Tradition des Vallée de Joux, die unter eigenem oder fremden Namen hergestellt werden. Die dafür verwendeten Rohwerke stammen meist aus Le Brassus beziehungsweise von Louis Elisée Piguet.

Welch gute Qualität die beiden abliefern, zeigt sich an ihren Erfolgen: Mit Modellen wie Ewigem Kalender, Minutenrepetition oder Chronograph haben sie zwar schon Furore gemacht, aber bei der Weltausstellung 1889 in Paris gewinnen sie sogar eine Ehrenmedaille mit einer „Grande Complication“, die alle zuvor genannten Funktionen in sich vereinigt. 1891 stellen sie dann das weltweit kleinste Uhrwerk mit Minutenrepetition vor. Die Ära der Armbanduhr hat noch gar nicht so recht begonnen, und doch gibt es bei Audemars Piguet bereits 1892 die welterste Armbanduhr mit Minutenrepetition.

Nach dem Tod der Gründer (1918/1919) konzentrieren sich die Erben auf die Fertigung feiner und komplizierter Armbanduhren, wie etwa die Jules Audemars Equation of Time, die unter anderem eine Anzeige der Zeitgleichung bzw. Äquation beinhaltet.



Die Royal Oak schreibt Uhrengeschichte

Zum heute wohl bekanntesten Uhrentyp der Firma wurde aber die moderne, von Gérald Genta gestaltete Luxusuhr Royal Oak. Sie erregte bei ihrem Erscheinen als erste Stahluhr der Luxusklasse im Jahre 1972 aufgrund ihres mutigen Designs großes Aufsehen und kann inzwischen als zeitlose Ikone der Uhrengeschichte betrachtet werden.

Erfolgreich wurde auch die maskuline Sportvariante der Royal Oak, genannt „Royal Oak Offshore“. Durch Sponsoring erlangte die Firma mit limitierten bzw. Sondereditionen dieses Modell große Bekanntheit, etwa in den Bereichen Film (Arnold Schwarzenegger trug in den Filmen „End of Days“ und „Terminator 3“ eigens hierfür angefertigte Modelle dieser Reihe), Rennsport („Juan Pablo Montoya“), sowie als Sponsor des America's Cup Siegerteams Alinghi mit wiederum eigens angefertigten, auf dem Markt erhältlichen Spezialmodellen („Alinghi“, („Alinghi Polaris“, „Alinghi Team“).

Die zahlreichen Sondereditionen sowohl der Royal Oak als auch der Royal Oak Offshore zählen bei Uhrenfans wie Uhrenkennern zu den begehrtesten und am höchsten gehandelten Modellen. Nicht nur hinsichtlich Sportlichkeit und Design gibt es Variationen der Grundmodelle, sondern im Gehäuse der Royal Oak wurden auch die Komplikationen realisiert, für die Audemars Piguet seit jeher bekannt gewesen ist. So verfügt die Royal Oak Grande Complication über folgende stattliche Zahl von Zusatzfunktionen: Schleppzeiger-Chronograph, Wochenanzeige, Minutenrepetition und Ewiger Kalender mit Mondphase.

Und mit dem Royal Oak Chronograph Tourbillon wagte man sich sogar an eine Tourbillon-Variante. Bei den Gehäusen geht es ebenfalls quer durch die gesamte Palette der Möglichkeiten: vom Edelstahl des Urmodells über Gelbgold, Roségold und Weißgold bis hin zu Platin, aber auch zu neuen experimentellen Materialien wie Karbon.
Die klassischen Reihen

Zu den klassischen Reihen der Marke gehören die Serie Jules Audemars mit ruhen Gehäusen, Edward Piguet mit rechteckiger Gehäuseform, die Serie Millenary mit eleganten ovalen/elliptischen Gehäusen sowie eine reichhaltige Palette von Komplikationen, mit denen sich die Marke — zusammen mit Patek Philippe und A. Lange & Söhne — ganz oben an den schmalen Gipfel der uhrmacherischen Spitzenleistungen stellt.
= Tradition, Innovation und das Streben nach Exzellenz

Wie unser Streifzug durch die üppige Modellpalette gezeigt hat, bekennt sich Audemars Piguet ausdrücklich zu einem weiten Spagat zwischen Tradition und Innovation. Während die meisten Unternehmen der Schweizer Haute Horlogerie eher der einen oder der anderen Seite zuzurechnen sind und sich das auch im Image der Marken niederschlägt, erleben wir bei diesem Hersteller eine bemerkenswerte Synthese beider Pole. Moderne Sportlichkeit und gediegene Klassik werden hier nicht als Gegensatz gesehen, sondern man verfolgt beharrlich die Vision, beides unter dem Motto der Exzellenz zu vereinen.

Quelle:
http://tinyurl.com/lv23d54


Wer glaubt, dass seine Rolex nach 20 Jahren immer noch den Ladenpreis von einst auf dem Gebrauchtmarkt erzielt, der ist fast schon weltfremd.

Offline Administrator

  • Administrator
  • Full Member
  • *****
  • Beiträge: 140
  • Karma: +1/-0
  • Wer sucht der findet
    • Das Uhren Replika Forum
Re: Die älteste Manufaktur der Haute Horlogerie
« Antwort #1 am: April 17, 2017, 10:58:59 Nachmittag »
Geschichte und Entwicklung

Im Jahr 1875, kurz nach dem Abschluss seiner Ausbildung zum Repasseur, begann Jules-Louis Audemars in Le Brassus damit, eigene Uhren anzufertigen. Unterstützung erhielt er gelegentlich von seinem Jugendfreund Edward-Auguste Piguet, ebenfalls Repasseur. Am 17. Dezember 1881 gründeten sie die gemeinsame Firma Audemars Piguet & Cie. und begannen sogleich mit der Produktion von komplizierten Taschenuhren. Bereits 1882 konnten sie eigene Modelle mit ewigem Kalender, Minutenrepetition oder als Chronograph vorweisen. 1889 gewann ihre Taschenuhr «Grande Complication» eine Medaille auf der Weltausstellung Paris. Zwei Jahre später schufen sie das weltweit kleinste Uhrwerk mit Minutenrepetition und 1891 die erste Armbanduhr mit Minutenrepetition.

Die Firma erlangte schnell Bekanntheit und konnte unter anderem in Berlin, London, Paris, New York und Buenos Aires Filialen eröffnen.

Nach dem Tod der Firmengründer Audemars im Jahre 1918 und Piguet 1919 wandten sich die Erben der Entwicklung und Herstellung von hochwertigen Armbanduhren zu. Es wurden modische Uhren geschaffen, der Markt verlangte nach Edelmetallen und Edelsteinen. Die Firma profitierte von der hohen Qualität ihrer Produkte, lieferte schon früh Ébauches und ganze Uhren an bekannte Juweliere wie Van Cleef & Arpels in Paris oder Tiffany in New York, die jene dann unter eigenem Namen verkauften.[3] Audemars Piguet überstand die Weltwirtschaftskrise und konnte sich auch während des Zweiten Weltkrieges aufgrund der grossen, vor allem US-amerikanischen Nachfrage nach Armband-Chronographen weiter entwickeln.

Den grössten Erfolg erreichte Audemars Piguet erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Klassiker der Modellpalette gilt inzwischen die von Gérald Genta entworfene 1972 präsentierte «Royal Oak». Andere Uhren folgten, so z. B. 1986 das damals flachste Armband-Tourbillon mit automatischem Aufzug oder 1993 die erste Armbanduhr mit Grande und Petite Sonnerie und Viertelrepetition.

Bekannte und aktuelle Modellreihen

    «La Grande Complication» – Taschenuhr, nur 100 Stück von 1915 bis 1989 hergestellt
    «Royal Oak» – Sportuhr aus Edelstahl, Design Gérald Genta (ab 1972)
    «Royal Oak Offshore» – Neuinterpretation des bekannten Modells (ab 1992)
    «Jules Audemars» – Klassische Armbanduhr, verschiedene Komplikationen und Materialien
    «Edward Piguet» – Klassische Armbanduhr, verschiedene Komplikationen und Materialien
    «Millenary» – Moderne Armbanduhr, verschiedene Komplikationen und Materialien

Trivia

Unter anderem erlangte die Firma Bekanntheit als Sponsor des America’s-Cup-Siegerteams Alinghi. Viele Prominente gehören zu den Anhängern dieser Marke. Zum Beispiel trug Arnold Schwarzenegger in zweien seiner Filme (End of Days und Terminator 3) eigens dafür angefertigte und limitierte Auflagen der Reihe «Royal Oak Offshore». Eine weitere Sonderedition heisst «Royal Oak Offshore Pablo Montoya» und wird in einer Sonderauflage in Titan, Rotgold oder Platin angeboten.

Im Oktober 2012 wurde eine limitierte Edition für und mit Formel-1-Rennsport-Legende Michael Schumacher in Berlin präsentiert. Auch diese Edition besteht aus drei Modellen mit entweder einem Titan- (1000 Stk.), Rotgold- (500 Stk.) oder Platin-Uhrengehäuse (100 Stk.). Michael Schumachers sieben Weltmeistertitel sind darauf mit sieben kleinen Sternen, zwei blauen für Benetteon und fünf roten für Ferrari, rechts der 12-Uhr-Markierung dargestellt.

Wer glaubt, dass seine Rolex nach 20 Jahren immer noch den Ladenpreis von einst auf dem Gebrauchtmarkt erzielt, der ist fast schon weltfremd.